Kämpferische Leistung wird am Ende nicht belohnt

Die erste Mannschaft traf am vergangenen Samstag auswärts auf den TV Möhlin. Die Gastspiele im Fricktal waren in den vergangenen Jahren stets sehr intensiv, kampfbetont und spannend und das Publikum in der kleinen aber dafür umso stimmungsvolleren Steinlihalle unterstützt das Heimteam jeweils lautstark, sodass eine ideale Atmosphäre für ein tolles Spiel geschaffen wird. Mit der nötigen Kampfbereitschaft, Cleverness und einem schnellen Umschaltspiel wollten die Jungs auch dieses Jahr die zwei Punkte aus Möhlin mit nachhause nehmen. 

Der Start in die Partie verlief relativ ausgeglichen, wenn auch mit leichten Vorteilen für das Heimteam. Beide Teams leisteten sich früh erste Fehlwürfe und technische Fehler, die Zuschauer sahen eine intensive, harte und Schnelle Startphase. Bis zur 10. Minute konnte sich Möhlin mit 6:3 leicht absetzen, die Steffisburger nutzten danach zwei Fehler des Gegners schnell aus, um sich wieder auf ein Tor heran zu kämpfen. Da man im ruhenden Angriff etwas Mühe bekundete und um die gegnerische Abwehr vor eine andere Aufgabe zu stellen, agierten die Zulgtaler mit dem 7. Feldspieler. Dies rächte sich jedoch umgehend - aus zwei unnötigen, einfachen Fehlern resultierten zwei Tore ins verwaiste Tor. 

Beim Stand von 12:7 nahm Trainer Sven Krainer seine erste Auszeit. Auch wenn man bereits 5 Tore im Hintertreffen lag, war noch nichts verloren und man wusste auch, dass dieser Abstand nur durch die eigenen Fehler zustande kam, welche es für den Rest der Partie möglichst zu vermeiden galt. Mit der Umstellung auf 4 Rückraumspieler stabilisierte sich der Angriff wieder, die wendigen Rückraumspieler fanden, mit ihren schnellen eins gegen eins Situationen immer wieder Lösungen, um entweder selbst zum Torabschluss zu gelangen oder den zweiten Deckungsspieler auf sich zu ziehen und die Überzahlsituation dann sauber auszuspielen. In der Abwehr fehlte jedoch weiterhin vorerst der nötige Zugriff, um die Wurfgewaltigen Rückraumschützen von Möhlin zu stoppen. Bis 5 Minuten vor der Halbzeit lag der TVS somit weiterhin 5 Tore in Rückstand. Ausgerechnet in Unterzahl gelang es den Berner Oberländern, zwei Angriffe der Möhliner zu stoppen, wodurch der Abstand zur Pause auf 18:15 verkürzt werden konnte. 

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit war ein wildes hin und her. Zuerst verkürzten die Steffisburger mit 2 Toren in Folge auf ein Tor, danach zog Möhlin seinerseits mit 2 Toren wieder leicht davon, nur um dann kurze Zeit und zwei Steffisburger Treffer später erneut mit einem Tor Unterschied dazustehen. Wie bereits in der ersten Hälfte des Spiels leisteten sich die Zulgtaler zu viele Fehlwürfe, damit man die Gunst des Spiels auf seine Seite hätte kippen können. Die junge Mannschaft gab sich jedoch nicht auf, kämpfte immer weiter und liess sich auch nicht von der immer härter werdenden Abwehrarbeit des Gegners aufhalten, welche oft am Rande der Legalität, wenn nicht sogar ein wenig darüber, war, was die beiden Unparteiischen jedoch durchgehen liessen. Mit einem beherzten Auftritt und aufopferungsvoller Arbeit kämpften sich die Jungs heran und konnten in Person von Dominik Roth in der 48. Minute zum ersten Mal ausgleichen (26:26). 

10 Minuten vor Schluss war alles wieder offen, doch anstatt die Partie zu drehen, schlichen sich bei den Gästen nun wieder ein paar Fehlwürfe ein und da in der Abwehr wie schon über den Grossteil des restlichen Spiels der Zugriff nie so richtig gefunden werden konnte, zog das Heimteam angefeuert vom lautstarken Publikum wieder auf fünf Tore Unterschied (32:27) davon. Die Steffisburger versuchten noch einmal alles, um doch noch mit etwas zählbarem nach Hause zu reisen, doch Möhlin spielte die letzten Minuten souverän und routiniert zu Ende, sodass die Partie mit 37:32 verloren ging. 

Die Ursachen für die ärgerliche Niederlage sind klar in der eigenen Leistung zu suchen. Im Angriff liess man zu viele klare Torchancen ungenützt und verschenkte einige Bälle sehr leichtsinnig, in der Abwehr fehlte über 60 Minuten der Zugriff komplett, sodass es auch für die Torhüter schwierig war, mehrere Bälle abzuwehren. Alles in allem war es eine am Ende verdiente Niederlage gegen einen starken Gegner, der sein Spiel mehr oder weniger konsequent durchgezogen hat. Es können aber auch positive Dinge mitgenommen werden, denn im Vergleich zur Niederlage vor Wochenfrist in Stans war dies in Sachen Auftritt, Einstellung, Kampfbereitschaft und Wille schon eher der TV Steffisburg, den die Mannschaft verkörpern will.

Für den TV Steffisburg stehen nun noch fünf Meisterschaftsspiele an, in welchen die Jungs noch möglichst viele Punkte holen wollen. Der Schlüssel dazu ist allen klar: Der Verbund aus Abwehr und Torhüter muss eindeutig verbessert werden, denn mit 37 Gegentoren wird es auch in den nächsten Spielen schwierig, Punkte zu holen. Im Angriff lief es über weite Strecken gut, man konnte in verschiedenen Formationen und Systemen sich immer wieder gute Chancen herausspielen. Diese gilt es nun wieder, effizienter zu nutzen. Die Gelegenheit dazu bietet sich "üsem Eis" bereits dieses Wochenende. Am Ostersamstag reisen die Jungs nach Gossau, um sich nicht etwa die Osternester der Ostschweizer zu krallen, sondern sich mit einer verbesserten Leistung 2 Punkte zu sichern und mit nach Hause zu nehmen, die am Ostersonntag beim Brunch dann gefeiert werden können. Die Partie kann ab 17:30 Uhr auf redplus im Livestream verfolgt werden. 

Hopp Stäffi!

Fürs "Eis": Janes Karlen
Fotos: Nils Kiener (Archiv)